Der Bleistift

BleistiftIch sitze an meinem Schreibtisch und mit der Zeit liegen da Zettel und Briefe, Kalender und Bücher, Tacker und Locher, Stifte und Marker, Lineal und Radiergummie. Es gibt eben viel zu tun.

Ach ja, den Termin für nächste Woche wollte ich mir noch in den Kalender eintragen, aber nur mit Bleistift, denn evtl. wird er noch mal um eine Woche verschoben. Aber wo ist denn nur mein Bleistift? Ich habe doch vorhin noch mit ihm geschrieben. Wo ist er nur hin? Unter diesem Blatt? Oder unter diesem? Nein. Ich seh’ ihn nicht. Aber das gibt es doch nicht! Er muss hier liegen. Nichts zu sehn.

Das Telefon klingelt und ich gehe dran. Wir sprechen ein bißchen. Auf einmal, ich kann nicht mehr zuhören, direkt vor mir auf dem Schreibtisch liegt einsam und allein der Bleistift. Wo kommt der denn jetzt her? „Ja, wo warst Du denn, mein Guter?“ „Wie bitte, seit wann bin ich denn ihr Guter!?“ Ich lege auf.

Ich frage mich: Gibt es denn Dinge, die ich nicht sehe und nicht wahrnehme, obwohl sie mir unmittelbar nahe sind?

Matthias Stelzner
Projektleitung
LebensRaum WestThüringen, 18.4.17