Warum?

Der Mann von gegenüber hat einen Apfelbaum.
Dieser hing so voller Äpfel wie in einem Traum.
Der Baum leuchtete gelb, orange und rot
in den letzten Sonnenstrahlen beim Abendbrot.ApfelDoch weit weg arbeitet der Mann,
sodass man ihn nie sprechen kann.
So versuchte ich die Äpfel zu vergessen,
denn ich durfte sie ja doch nicht essen.

Das Gewicht der Äpfel wurde immer mehr.
Dem Baum ist das, glaub ich, schon lange zu schwer.
Trotz allem verbot ich mir einen zu stibitzen,
denn ich wollte nicht als Dieb in der Ecke sitzen.

Der November fing an mit voller Macht
und bedeckte die Erde mit weißer Pracht.
Die Äpfel erfroren durch die Kälte,
weil niemand sie nach drinnen stellte.

Später sah ich den Mann im Kaufhaus.
Er hob rote Früchte aus dem Regal raus.
Er arbeitete in der ganzen Welt
und nun kaufte er sich Äpfel von diesem Geld.

Tabea Stelzner – 2012
LebensRaum WestThüringen, 23.9.15