Die Pyramide

Hirte, Schaf, Schaf, König, König, König. In dieser Reihenfolge begegneten mir die Figuren auf der Weihnachtspyramide, die ich aus meiner Kindheit kenne. Waren die Kerzen am Anfang noch neu, so drehte sich die Pyramide normal. Je kleiner die Kerzen wurden, desto schneller waren die Figuren unterwegs. Am Ende hatten sie so ein Tempo, dass wir Kinder schon Mühe hatten, in dieser Geschwindigkeit zu sprechen: Hirte, Schaf, Schaf, König, König, König, Hirte, Schaf, Schaf, König, König, König …

In der Adventszeit drehen wir uns auch von Woche zu Woche schneller. Die Termine und die zu besorgenden Geschenke lassen nicht zu, dass Gemütlichkeit und Besinnlichkeit aufkommt. Aber warum ist das so?

Könnte es sein, dass wir uns auf einer Umlaufbahn bewegen und zu weit vom Zentrum entfernt sind? In der Mitte einer Pyramide steht meist die Krippe mit dem Jesuskind und seinen Eltern – ganz still und beschaulich. Jesus Christus kommt als Lebensretter auf diese Welt. Und das ohne Hektik, ohne Kaufhäuser und ohne weihnachtliches Tamtam. Er ist das Zentrum und Sie sind eingeladen, in seine Nähe zu kommen und Ruhe zu finden.

Matthias Stelzner
Projektleitung
LebensRaum WestThüringen, 16.12.15